Dem Leben und Schaffen des großen Komponisten Johann Sebastian Bach wird im Jahr 2000 besonders gedacht, jährt sich doch sein Todestag zum 250. Mal. Sowohl vokal als auch instrumental entstanden aus seiner Feder unzählige Kompositionen, größtenteils zu konkreten Anlässen geschrieben und erstmalig aufgeführt. Während seiner Leipziger Zeit entstanden die vier lateinischen Messen, die im Gegensatz zu seiner h-moll-Messe und zur allgemein üblichen Praxis des Vertonens des gesamten Messtextes nur die Teile "Kyrie" und "Gloria" enthalten. Durch die Musik der Sinfonia B-Dur des dritten seiner vier komponierenden Söhne Johann Christoph Friedrich Bach wird sehr eindrücklich die Weiterent-wicklung vom musikalisch-barocken Zeitalter zur klassischen Kompositionsweise deutlich. Zumal dieses Werk als sein letztes angesehen wird und in einer Zeit entstand, in der bereits Haydn und Mozart mit ihren Kompositionen Maßstäbe setzten. Felix Mendelssohn-Bartholdy verbindet mit J. S. Bach ein besonderes Band. Auch er war, allerdings als Gewand-hauskapellmeister, in Leipzig tätig und ihm kommt das große Verdienst zu, mit einer Aufführung von Bachs "Matthäuspassion" durch die Ber-liner Singakademie die Ära der Bach-Renaissance eingeleitet zu haben. Das "Kyrie in d" gehört zu seinen frühen Werken und entstand während einer Reise in Paris. Trotzdem widerspiegelt es eine erstaunliche kompositorische Reife, er selbst versicherte, dass es "seine bisherige Musik an Schwierigkeit übertreffe".