+++ Die Lange Trommelnacht kann auf Schloss Filseck stattfinden, die Wettervorhersagen sind gut! +++

Programm

Samstag, 24.07.99, 20.30 Uhr, Schloßhof - Eröffnungskonzert - Flamenco

Nina Corti & Ensemble
Moments in a Garden of Spain

Nina CortiTanzkunst in Vollendung, begleitet und ergänzt von einem Ensemble hochrangiger Musiker eröffnet in diesem Jahr das Sommerfestival auf Schloß Filseck.
"Flamenco war so etwas wie meine erste Sprache, die mir direkt ins Herz und vom Herzen auch wegging", sagt Nina Corti. Seit 20 Jahren verschlägt der Flamenco-Star auf den Bühnen der Welt dem Publikum den Atem, das gefesselt wird von einer Mischung aus Rasanz und Leichtigkeit, von prasselnden Rhythmen, tänzerischer Perfektion und gestischer Virtuosität. Nie wirken ihr Mienenspiel, die Sprache ihrer Hände, die Bewegungen ihres Körpers aufgesetzt - sie weiß sich eins mit der Musik, lebt und agiert aus ihr heraus.
"Moments in a Garden of Spain" betrachtet sie als Moment-aufnahme ihrer künstlerischen Karriere. Die Musik ist modern interpretiert, angereichert mit Klassik und Jazz, ohne auf Traditionelles zu verzichten. Nina Corti agiert, von Kopf und Gefühl gleichermaßen exakt geführt, stets aus der Situation heraus. Sie wird ganz Form, um wenig später ihre tänzerische Freiheit um so ungestümer auskosten zu können.


Sonntag, 25.07.99, 11.00 Uhr, Leutrumsaal - MatinéeNauber

Goethe - Die Lyrik
Marianne Nauber - Rezitation
Martin Pillwein - Klavier

Den Namen kennt jeder, Zitate aus seinen Werken sind Sprichwörter geworden - aber wer liest ihn noch? Goethe war ein großer Musiker der Sprache, seine Gedichte sind Partituren, die der menschlichen Stimme bedürfen, um seinen Ideen als Dichter zu folgen und den Gemütseindruck, den das Gedicht auf ihn selbst macht, in allen Schattierungen wiedergeben zu können. Und obwohl er es liebte, wenn seine Verse vertont und gesungen wurden, war er kein großer Kenner oder Liebhaber der Musik. Das Wort war ihm wichtig, der Komponist sollte nur vorsichtig begleiten. Doch das hat die Künstler nicht abgehalten, die höchste Musikalität des Wortes zusammenzubinden mit der Musik, die ihr entspricht: mit Schubert, Beethoven und Mozart. So entstand ein Programm, in dem die Musik das gesprochene Wort aufnimmt, deutet und es Pillweinweiterführt. Möge die Aussage Goethes in einem Brief an Carl Jacob Ludwig Iken recht behalten, in der er äußerte: "Da alles, was von mir mitgeteilt worden, auf Lebenserfahrung beruht, so darf ich wohl andeuten und hoffen, daß man meine Dichtungen auch wieder erleben wolle und werde."

 

 

 


Sonntag, 25.07.99, 16.00 Uhr, Leutrumsaal - Preisträgerkonzert

Konzert um 4
mit Teilnehmern des Wettbewerbs "Jugend musiziert"

Ein Sonntag Nachmittag auf Schloß Filseck, der durch ein Konzert junger Künstler zu einer Besonderheit wird. Alle Musikerinnen und Musiker haben im Wettbewerb "Jugend musiziert" ihr Talent unter Beweis gestellt und sind als Preisträger daraus hervorgegangen. Durch dieses Konzert haben sie die Möglichkeit, Teile ihres Wettbewerbsprogrammes noch einmal einem größeren Publikum vorzustellen. Da die Wettbewerbe zur Zeit der Drucklegung dieses Prospekts erst stattfinden, werden die Interpreten und das Konzertprogramm zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Lassen Sie sich beeindrucken von dem hohen künstlerischen Niveau der Jugendlichen und genießen Sie einen musikalischen Nachmittag auf dem Schloß.


Montag, 26.07.99, 16.00 & 20.30 Uhr, Schloßhof - Kinderkonzert

Joseph
ein Musical von Andreas Mücksch und Barbara Schatz,

gesungen und gespielt von Göppinger Kinderchören
Kinderchor der Jugendmusikschule Göppingen
Leitung: Katharina Weißenborn
Kinderchor der evang. Reuschgemeinde Göppingen
Projektchor an der Grundschule im Reusch Göppingen
Leitung: Gerald Buß

Bearbeitung und Regie: Klaus Caesar

KinderkonzertJoseph, von seinem Vater geliebt und seinen Brüdern beneidet und gehaßt, muß erleben, wie es ist, verraten und verkauft zu werden, große Angst zu haben und Unrecht erleiden zu müssen. Doch seine Klugheit und Ehrlichkeit, sein Glaube und seine Nächstenliebe helfen ihm, die schwere Zeit zu überstehen und sich mit seinen Brüdern zu versöhnen. Diese spannende Geschichte haben sich die drei Kinderchöre in diesem Jahr ausgewählt, um sie mit Spiel, Musik und Gesang für Kinder und Erwachsene zu erzählen. Begleitet von der Band erklingen mitreißende, aber auch nachdenkliche Lieder, von Chor und kleinen Solisten vorgetragen. Sie sind eingebettet in die szenische Darstellung der Schauspieler, die durch ihr Spiel die bekannte Geschichte von Joseph und seinen elf Brüdern auf ihre Art lebendig werden lassen.
Geeignet ist das Musical für Zuschauer ab 6 Jahre.


Dienstag, 27.07.99, 20.30 Uhr, Stiftskirche Faurndau - Chorkonzert

Von Werden und Vergehen
Werke von Anton Bruckner, Bernhard Krol, Simone Candotto und Burkhard Kinzler

Christian Hilz, Bariton    -   Datura-Posaunenquartett
Angelika Rau, Orgel   -   Kammerchor Capella Nova
Leitung: Gerald Buß

Capella NovaChormusik - begleitet von vier Posaunen und in einigen Werken zusätzlich der Orgel - eine nicht ganz alltägliche Zusammensetzung, doch umso reizvoller, wenn man bedenkt, daß die Posaune der menschlichen Stimme am nächsten kommt. Einige Komponisten haben sich die besondere Ver-bundenheit von Stimme und Posaune zunutze gemacht, so auch Anton Bruckner, dessen geistliche Motette "Ecce sacerdos magnus" erklingen wird.
Die Kantate "Von Werden und Vergehen", unter deren Überschrift das Konzert steht, wurde als Auftragskomposition für das inzwischen seit vielen Jahren bestehende und international bekannte Datura - Posaunenquartett von Bernhard Krol komponiert. Es ist eine Werk für gemischten Chor und vier Posaunen nach Gedichten von Theodor Fontane, deren Inhalt ein Auf und Ab der Gefühle, ein Hoffen und Bangen, einen Wechsel von Glückseligkeit, Humor, Nachdenklichkeit und Resignation widerspiegelt.
Eine Besonderheit wird die Uraufführung der Kantate "Zeit-Gehöft" für Bariton und Posaunenquartett von Burkhard Kinzler werden. Sie ist 1997 ebenfalls als Auftragskompo-sition für Datura entstanden und stellt dem berühmten Text des Predigers Salomo drei Gedichte aus dem Nachlaß von Paul Celan gegenüber.


Mittwoch, 28.07.99, 20.30 Uhr Schloßhof - Vokalsextett

SingerPurSinger Pur

Hedwig Westhoff-Düppmann, Sopran
Klaus Wenk, Tenor
Markus Zapp, Tenor
Christian Wegmann, Tenor
Thomas Bauer, Bariton
Marcus Schmidl, Baß

Seit der Gründung 1991 hat sich Singer Pur - fünf ehemalige Regensburger Domspatzen und eine Sopranistin - zu einer der herausragendsten A-cappella-Formationen entwickelt, ein stilsicherer, vielfach prämierter Klangkörper, der in der Fachpresse als das derzeit führende deutschsprachige Vokalensemble bezeichnet wird. Das Repertoire der Gruppe gleicht einer Zeitreise durch sämtliche Epochen der Musikgeschichte. Mittelalterliche Mehrstimmigkeit und Jazz-Balladen, Romantik und Avantgarde: alle Stile stehen gleichberechtigt nebeneinander und werden mit verblüffender Authentizität zum Vortrag gebracht.


Donnerstag, 29.07.99, 20.00 Uhr, Leutrumsaal - Liederabend

HilzOcker

Robert Schumann - Dichterliebe
Richard Strauß - Lieder

Christian Hilz, Bariton   -   Mario Kay Ocker, Klavier

Bereits in den vergangenen zwei Jahren begeisterten der Bariton Christian Hilz und der Pianist Mario Kay Ocker das Publikum im Leutrum-Saal des Schlosses mit einem Liederabend. Freunde der Liedkunst und alle, die es werden wollen, dürfen also wiederum gespannt sein, vor allem auf berühmte Kostbarkeiten aus dem Liedschaffen von Richard Strauß, dessen 50. Todestages in diesem Jahr gedacht wird. Im ersten Teil des Konzerts erklingt die "Dichterliebe" von Robert Schumann, ein Liederzyklus nach Gedichten von Heinrich Heine.


Donnerstag, 29.07.99, 22.15 Uhr, Schloßhof - Nachtkonzert

Klezmer und mehrKlezmer und mehr

Markus Kern -Klarinette
Erik Borgir - Violoncello
Martin Wiedmann - Gitarre

 

Jede Seele atmet - der Musiker wird zum "Instrument des Liedes", hebräisch KLEZMER. Der Begriff steht für die Idee, Musik als Ausdruck allen menschlichen Lebens zu verstehen. Das Trio Emanuel verbindet Musik aus aller Welt mit den Ideen des Klezmer. In eigenen Arrangements erhält die Instrumentierung internationaler Titel mit Klarinette, Violoncello und Gitarre eine neue, unverwechselbare Klangfarbe. Die Palette menschlicher Empfindungen wird in all ihren Gegensätzen ausgelotet. Sie reicht von Melancholie über Sinnlichkeit bis zu fröhlicher Ausgelassenheit und Heiterkeit.
Die drei studierten Musiker taten sich 1997 zusammen, um diese Musik in all ihrer Vielschichtig-keit vielen Menschen nahezu-bringen und für sie erlebbar zu machen.


Freitag, 30.07.99, 20.00 Uhr, Schloßhof - Posaunenensemble

QuattrobonesQuattrobones

Ein vielseitiges Programm auf Posaunen und Euphonien
Ernst Hutter  -  Alexander Erbrich  -  Franz Reichl  -   Eberhard Budziat

Bei der Gründung des Quartetts 1996 hatte Ernst Hutter ein Ensemble im Kopf, das sich durch stilistische Vielfalt und musikalische Vitalität auszeichnet. Durch die einzigartige Konstellation - Quattrobones vereinigt Musiker aus klassischen Orchestern, Big Bands und der Blasmusikszene - und der musikalischen Flexibilität jedes Einzelnen ist das Ensemble in der Lage, Musik des Barock genauso authentisch zu interpretieren wie Arrangements verschiedener Jazzkompositionen. Unterschiedliche Stimmungen und Sounds werden durch ausgefeilte Arrangements erzeugt und durch den ständigen Wechsel zwischen Posaunen und Euphonien noch unterstrichen.


Freitag, 30.07.99, 22.15 Uhr, Schloßhof - Nachtkonzert

Ahmed El-Salamouny's Projeto
Brazilian Music for Guitar and Percussion

El Salamouny

Ahmed El-Salamouny, Gitarre    -   Gilson de Assis, Percussion

Virtuoses Gitarrenspiel auf höchstem Niveau mit der Leichtigkeit brasilianischer Rhythmen und faszinierender Percussion - das sind die Markenzeichen des seit mehr als 10 Jahren bestehenden Ensembles. Sie begeistern immer wieder mit ihrem perfekten Zusammenspiel, den ausgefeilten Arrangements und ihren eigenen Kompositionen, die wie stimmungsvolle Klanggemälde die Zuhörer in südliche Gefilde versetzen. Eine atemberaubende klassische Gitarrentechnik, ein vor Lebensfreude sprühendes Spiel und ein Percussionist mit sagenhaft rhythmischer Genialität machen das Besondere dieses Duos und seinen internationalen Ruf aus.
In raffinierten Stücken mischt sich Traditionelles und Klassisches mit Modernem, mit Jazzelementen oder arabischen Rhythmen. Die Musik des Duos ist immer spannend und lebendig und glänzt mit technischer und musikalischer Brillanz.


Sonntag, 1.8.99, 11.00 Uhr, Leutrumsaal

Matinée
Teilnehmer des Meisterkurses für Gesang und Liedbegleitung
musizieren aus ihrem Kursprogramm

Meisterkurse für Gesang und Liedbegleitung - aufgrund der guten Resonanz im Vorjahr finden sie 1999 bereits zum zweiten Mal statt. Vier Tage wird Schloß Filseck auch tagsüber von stimmlichen und instrumentalen Klängen widerhallen, denn neben dem täglichen Unterricht bei den Dozenten Christian Hilz, Bariton und Mario Kay Ocker, Klavier, werden die Kursteil-nehmer auch miteinander musizieren, sich dadurch näher kennenlernen und neue Literatur und Ensembleformationen ausprobieren. Das Ergebnis ihrer Arbeit stellen sie in einer Matinée der Öffentlichkeit vor, die den Abschluß der Kurse bildet.
Das Programm wird vielseitig und abwechslungsreich durch die unterschiedlichen Epochen der Musikgeschichte führen und solistische wie kammermusikalische Beiträge miteinander verknüpfen.


Sonntag, 01.08.99, 20.30 Uhr, Schloßhof - Abschlußkonzert

Symphoniekonzert

Ludwig van Beethoven  -  Violinkonzert D-Dur, op. 61
Igor Strawinsky  -  Pulcinella-Suite
Sergej Prokofjew  -  1. Sinfonie D-Dur, op. 25 "Klassische"

Nora Chastain, Violine   -   Festivalorchester
Leitung: Gerald Buß

AbschlussBeethovens einziges und in seiner klassischen Schönheit zugleich einzigartiges Violinkonzert steht zu Beginn des Abschlußkonzerts des diesjährigen Sommerfestivals. 36-jährig komponiert entstand es während der glücklichsten Schaffensperiode Beethovens und ist erfüllt von den Idealen des klassischen Humanismus ohne auf die in seinen Werken niemals fehlenden kämpferischen Züge zu verzichten.
Ebenfalls "klassisch", doch wesentlich später entstanden, ist die 1. Sinfonie Sergej Prokofjews. Nach eigener Aussage lag es in seiner Absicht, eine Sinfonie im Stile Joseph Haydn's zu komponieren und zur Instrumentierung die klassische Orchesterbesetzung zu verwenden. Das äußerst knapp angelegte Werk spiegelt ein allgemein freudiges Lebensgefühl wider, das zweifellos aus dem Elan der Monate der Oktoberrevolution angeregt wurde.
Neoklassizistische Züge trägt Strawinskys Pulcinella-Suite, die er aus Verehrung, Liebe und Respekt zur Musik Pergolesis aus Teilen aufgefundener Handschriften, Triosonaten und Arien geschrieben hat. Aus der neunzehnsätzigen Ballettmusik wählte er neun Teile für diese Suite aus, die er 1949 überarbeitete und in der Pulcinella, eine traditionelle Figur des neapolitanischen Volkstheaters, im Mittelpunkt steht.
Mit einem großen Feuerwerk über dem Schloß wird das Abschlußkonzert, und damit das Sommerfestival 99, beendet.